Februar 2, 2021

Durchwirkt und durchtränkt

Vielleicht ist das die erste Sünde, daß wir uns einen Gott irgendwann einmal getrennt von uns selbst vorgestellt haben.

Und die zweite Sünde ist wohl, daß wir diesen Gott nur noch in Begriffen, Bildern und im Ritual gesucht und gefunden haben.

Und dann, die dritte Sünde, haben wir mehr der Lehre und den Lehrern geglaubt als der Wahrheit in uns selbst und uns ausgeliefert an das Gesetz und das äußere Wort.

Vielleicht muß man fallen, wie ich, in den dunklen Abgrund, um zu erkennen, daß wir durchwirkt und durchtränkt sind von dieser Kraft von den Haarspitzen bis zu den Fußnägeln. Daß wir nie von ihr getrennt waren oder sein werden. Daß wir aus nichts anderem als aus ihr leben.

R.K. 1997

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