Alle, welche dich suchen, versuchen dich.
Und die, so dich finden, binden dich
an Bild und Gebärde.
Ich aber will dich begreifen
wie dich die Erde begreift;
mit meinem Reifen
reift
dein Reich.
R.M. Rilke
auf dem Weg zur Quelle
Alle, welche dich suchen, versuchen dich.
Und die, so dich finden, binden dich
an Bild und Gebärde.
Ich aber will dich begreifen
wie dich die Erde begreift;
mit meinem Reifen
reift
dein Reich.
R.M. Rilke
Zu Beginn des mystischen Weges kann es sein, dass bei religiös sozialisierten Menschen das alte, gelernte Gottesbild wegbricht. Das mag dann dazu führen, dass auch der Kontext, in den das Gottesbild integriert war, also die Religion, an Bedeutung verliert oder verloren geht. Weiterlesen
Dem Wort entgleitend
tauche ich ab
in verdeckte Klangräume
und zeitlose Innenwelten
in die inneren Landschaften meines Lebens
Dorthin wo der Schmerz granithart ist
und die Weite himmelblau
Dorthin wo sich Wege auftun im Gebirge
und das neue Wort entspringt
seinen langen Weg suchend
zu mir
jenseits der Grenze
R.K.1997
Das wahre Glück des Menschen liegt … in der Entfaltung dessen, was unser Innerstes ist. Das kann Schmerz und Verzicht bedeuten, wird uns aber zu Freude und Freiheit führen….
Das äußere Leben des Menschen muss sein inneres Wesen ausdrücken. An der Oberfläche muss sich die Tiefe widerspiegeln. … Jedes einzelne Geschöpf ist ein Brennpunkt des Allerhöchsten, ein Bruchstück des Göttlichen. Seine Sendung ist es, die Möglichkeit des Göttlichen im eigenen Leben zum Ausdruck zu bringen.
Sarvepalli Radhakrishnan (1888 – 1975)
Es gibt wohl keinen Komponisten oder Musiker, der mit seinem Fundus an geistlicher und weltlicher Musik so sehr aus göttlichen Quellen schöpft wie J.S. Bach.
Wer’s nicht glaubt, dass Gott tanzt, höre die Gigue aus der B-Dur Partita für Klavier, „überirdisch“ gut gespielt von Grigory Sokolov. Ganz nebenbei können wir sehen und hören, was mit Perichorese, in diesem Fall „zweifaltig“, gemeint sein könnte.
„Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde.“
Friedrich Nietzsche
Es gibt personale und transpersonale Gottesbeziehungen. In der personalen Gottesbeziehung sprechen Menschen Gott mit einem Du an. Weiterlesen
Ich bin jene höchste, glühende Kraft, die alle Lebensfunken aussendet.
Der Tod hat keinen Teil an mir, und doch bin ich es, der ihn zumisst, weswegen ich mit Weisheit, wie mit Flügeln, umgürtet bin. Weiterlesen
Gerechtigkeit ist eine prophetische Tugend, Barmherzigkeit eine mystische. Wenn ich Gott nicht nur in mir selbst sondern auch in anderen Menschen und Lebewesen erkenne weitet sich der Horizont meines Mitgefühls. Wenn ich erkenne, dass ich selbst viel „Mist“ mache, werde ich Fehler anderer Menschen großzügiger und vielleicht sogar mit erbarmendem Herzen betrachten können. Je mehr Gott meine Ichbezogenheit in eine Wirbezogenheit wandelt, umso mehr wird mir vergeben sein, wenn ich anderen vergebe.
Ein … Wesenszug der Mystik ist die Botschaft der Barmherzigkeit. Der Mystiker ist nicht einfach ein nach innen gewandter Mensch. Er ist nicht nach innen verfeinert und nach außen versteinert! Weiterlesen
Barmherzigkeit
Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht: der Gnädige, Barmherzige und Gerechte. Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist, der das Seine ordnet, wie es recht ist.
Psalm 112,4-5
Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.
Lk 6,36
Bismi llahi l-rahmani l-rahim – Im Namen Gottes des Allerbarmers, des Allbarmherzigen.
Koran
Wen liebt Gott über alles: den Menschen, der kein Wesen hasst, freundlich ist und voller Barmherzigkeit, dessen Seele frei von Ichsucht und Besitzgier ist, innerlich geeint und zufrieden…“
BG 12,13ff.
© 2026 Mystische Spurensuche
Theme von Anders Norén — Hoch ↑
Neueste Kommentare