Mystische Spurensuche

auf dem Weg zur Quelle

Gebet oder Zen?

Hinter der plakativen Überschrift „Gebet oder Zen?“ steht die Frage, ob uns eher die persönliche Gottesbeziehung im Gebet oder die nichtgegenständliche Meditation des Absoluten weiterführt.
In der Bhagavad Gita beginnt das 12. Kapitel mit dieser Frage:
Jene Hingebungsvollen, die dich in anhaltendem Ernste verehren, und jene auch, die das Unvergängliche und Unoffenbare verehren, welche von diesen beiden haben das größere Wissen vom Yoga?

Und es gibt diese beiden Gruppen von Menschen in der Spiritualität von Religionen. Die einen suchen die von Liebe getragene Verbindung zu dem geoffenbarten bzw. inkarnierten Gott, die anderen versenken sich in das „Nichts“ des transzendenten Absoluten.
Meine Antwort ist: wir werden zu der Form der Verehrung und der damit verbundenen Einheitserfahrung gezogen, die in unserem Wesen angelegt ist. Und was in uns angelegt ist erfahren wir durch unser inneres Gespür und durch Erfahrung. Es spricht nichts dagegen, beide Möglichkeiten auszuprobieren und sich zu der Form hinzuwenden, die nach einer gewissen Zeit des Erprobens als stimmig empfunden wird. Es gibt hier kein richtig oder falsch, so wie es nicht darum geht, ob es den persönlichen Gott gibt oder die transpersonale Gottheit. Auf diese Frage gibt es theologisch begründete, aber kaum tragende Antworten. Als tragend wird sich die Form der Verehrung erweisen, die uns wesentlich anspricht, die eine innere Resonanz erzeugt und auf die wir mit unserem Leben antworten können. Dann wird es nicht mehr entscheidend sein, was wir damit erreichen. Indem wir uns hineingeben in das göttliche Geheimnis werden wir empfangen was wir brauchen, nicht, was wir wollen.

Die Antwort, welche uns die Bhagavadgita auf die Ausgangsfrage gibt, werde ich im folgenden Beitrag vorstellen.

Unverfügbarkeit – dem Leben auf die Spur kommen

Wir Menschen haben grundsätzlich das Bedürfnis, uns das Leben verfügbar zu machen. Dagegen ist zunächst mal nichts zu sagen. Wir sollten in der Lage sein, uns viele Bereiche und Dinge im Leben zugänglich machen zu können; das erzeugt, wie man heute so schön sagt, Selbstwirksamkeit. Auch trägt der Wunsch nach Verfügbarkeit wesentlich zum wissenschaftlich, technischen Fortschritt weltweit bei. Weiterlesen

Über die Wahrheit

Auferstehung – wohin?

In dem Film Don Juan de Marco erzählt ein Psychiatrie-Patient seinem Therapeuten die Geschichte seines Lebens – die Geschichte der Liebe des Don Juan. Der Therapeut, von Marlon Brando gespielt, lässt sich auf die Geschichte ein, auch wenn er weiß, dass die Erzählungen nicht der objektiven Wahrheit entsprechen, sein Patient ist nicht Don Juan. Weiterlesen

Verwirklichung des wahren Wesens

Der Weg in die Tiefe

Geistliches Leben ist ein Prozess der Entdeckung und Verwirklichung des wahren Wesens, das tief in uns in der Gegenwart Gottes verborgen ist. Man könnte diesen Prozess mit dem Brunnenbohren vergleichen. Mit der Gewissheit, dass eine in der Tiefe verborgene Quelle vorhanden ist, lässt man sich auf den schweren Weg ein. Weiterlesen

Die Quelle in der Wüste

Am letzten Tag des Festes, dem großen Tag, stellte sich Jesus hin und rief: Wer Durst hat, komme zu mir und es trinke, wer an mich glaubt! Wie die Schrift sagt: Aus seinem Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fließen. Damit meinte er den Geist, den alle empfangen sollten, die an ihn glauben; denn der Geist war noch nicht gegeben, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.
Joh 7,37-39

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